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Rezensionen

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6. Februar 2014

Greta Vox, Leo – erotisches Tagebuch




Ein Montagabend im September: Die 58-jährige Greta Louisa lernt den drei Jahre jüngeren Leo beim Tanzen kennen. 
„Ich würde dich gerne küssen“, sagt er – und eine Affäre mit heißem, tabulosem Sex in immer gewagteren Szenarien beginnt. 
Doch irgendwann ist mehr als reiner Sex im Spiel …

In schonungsloser Offenheit hält Greta die Episoden ihrer Lust in ihrem geheimen Tagebuch fest.





Leseprobe (da mein Salon keine Sperre für Minderjährige hat, kann ich die pikanten Szenen hier nicht veröffentlichen)

Herbst
Der Herbst kam früh in diesem Jahr. Bereits Mitte September fegten die ersten Stürme durch die Straßen. Die Wucht, mit der Leo zu der Zeit in mein Leben wirbelte, war der Jahreszeit nur allzu angemessen.
An einem Montag traf ich Leo beim Tanzen. In seiner Gegenwart verspürte ich ein durchaus vertrautes, wenn auch lange nicht mehr empfundenes lustvolles Kribbeln. Mit einem Schlag waren alle meine erotischen Sensoren auf Empfang gerichtet. Ich kannte mich gut genug, um zu wissen, dass ich bald sehr Unvernünftiges tun würde.
Schon in der ersten Stunde flüsterte er mir ins Ohr: „Ich würde dich gerne küssen“, ein paar Tänze später hörte ich mich sagen: „Ich will mit dir schlafen.“ „Heute noch?“ war seine Reaktion. „Lass es uns ruhig angehen“, antwortete ich nicht ganz wahrheitsgemäß, denn eigentlich wollte ich ihn sofort. Zunächst aber ließ ich mich von ihm führen. Unermüdlich, leichtfüßig und sicher wie nie zuvor drehte ich mich, während die Bee Gees sangen: „More than a woman.“
Mein Name ist Greta, manche meiner Freunde nennen mich auch Greta-Lou nach meinem zweiten Vornamen Louisa. Tanzen ist eine meiner großen Leidenschaften, wenngleich ich alles andere als perfekt bin. Perfekt ist auch mein Körper nicht mehr, denn ich bin 58 Jahre alt. Sexualität hat immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Obwohl ich durchaus glücklich verheiratet bin, habe ich mir eine Reihe meist schöner außerehelicher Affären erlaubt. Aber seit einiger Zeit waren die Erlebnisse und die Fantasien weniger geworden, was wohl dem Alter und den Wechseljahren geschuldet war. Ich war auch jetzt noch einem erotischen Abenteuer nicht abgeneigt, wenn da nicht die kleinen Speckröllchen wären, die sich zunehmend unterhalb meiner Taille breitmachten. So konnte ich mich unmöglich einem fremden Mann nackt zeigen, redete ich mir ein. Bis Weihnachten nahm ich mir vor, sie abtrainiert zu haben. Dann wollte ich weitersehen.
Der Kampf gegen den Bauchspeck musste warten. Wir hatten keine Zeit zu verlieren, da Leo beruflich nur für einige Monate in meiner Stadt beschäftigt war. Und so fand ich mich bereits am zweiten Abend wild mit Leo knutschend in dessen Auto wieder. Seine Zunge ist rau wie auch seine Hände. Aber er ist ein leidenschaftlicher und guter Küsser. Seine ungestüme Zunge erkundete jeden Winkel meines Mundes, seine Hände waren überall. Ich hatte Leo auf höchstens Mitte 40 geschätzt und konnte kaum glauben, dass er nur drei Jahre jünger sein sollte als ich. Er hat kein einziges graues Haar, keine Falte im Gesicht.
Das unbändige Verlangen, das mich erfasst hatte, seit Leo mich zum ersten Mal berührte, erfreute und erschreckte mich zugleich. Noch versuchte ich, diese Anziehungskraft mit Leos Tanzkünsten vor mir zu rechtfertigen. Im Laufe der Jahre hatte ich die verschiedensten Tanzpartner gehabt, von denen die meisten weder gut tanzten noch angenehm rochen. Leo hingegen roch lecker und tanzte wie ein Gott. Auch die Tanzschule, in der ich zwei- bis drei Mal pro Woche trainierte, hatte nicht viele gute Tänzer zu bieten. Mit Leo würde ich dort zur Hochform auflaufen – nicht nur zur tänzerischen. (…)

28.01.
An dem Abend liegen wir noch lange auf Leos schmalem Bett beisammen, meist eng umschlungen. Leo streicht über mein Haar, sein Daumen bewegt sich wie ein Zeiger über meine Wange. Ich fühle mich geborgen wie selten zuvor. Wir reden, lachen, schweigen. Plötzlich fragt Leo in die Stille, ob ich manchmal auch daran denke, wie es sei zu sterben. Er gesteht mir, dass er Angst habe, eine Krankheit oder andere Umstände könnten ihn daran hindern, die Dinge zu tun, die er noch gerne erleben würde. Die Zeit laufe ihm davon, fürchtet er. Ich versuche ihn zu beruhigen, bin aber selbst auch nachdenklich geworden. Wir geben uns das Versprechen, immer füreinander da zu sein, wenn der andere Hilfe benötige. Ich schaue Leo von der Seite an, sehe seine Nase mit dem leichten Bogen himmelwärts, seine vollen Lippen, das dichte, immer noch dunkle Haar und möchte ihn am liebsten nie mehr loslassen. Er riecht so gut! Wie gerne würde ich seinen Duft konservieren und mit nach Hause nehmen. Ich bin verwirrt. Irgendetwas ist mit mir passiert, das ich so nicht kenne und auch nicht wollte. Leo scheint es ähnlich zu gehen, denn am nächsten Morgen schreibt er: „Schlecht geschlafen, über dich nachgedacht. Es ist schon mehr als nur mögen.“ (...)

14.02.
Am Valentinstag sei es angebracht, für unsere Sünden Buße zu tun, meint Leo. Deshalb macht er den Vorschlag, in unserer Kathedrale zwei Kerzen anzuzünden. Es ist kurz vor 18 Uhr, als wir die Madonna, zu deren Füßen schon an die fünfzig Kerzen brennen, ansteuern. Zu meinem Entsetzen erspähe ich einen mir bekannten älteren Herrn, der im Dom Führungen anbietet. Er ist Junggeselle und gibt sich stets sehr gottesfürchtig. Der fromme Mann lungert ausgerechnet bei der Madonna herum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er etwas zu büßen hat, denn im Gegensatz zu uns führt er bestimmt ein keusches Leben. Wir kaufen zwei Kerzen – eigentlich sind es Teelichter – und entzünden sie. Wir berühren uns unauffällig an den Händen, wünschen uns Gesundheit, die Erfüllung unserer Träume und schwören, dass wir uns nie mehr aus den Augen verlieren wollen. Von Büßen ist keine Rede mehr. Stattdessen danke ich Gott für Leo, mein Geschenk des Himmels, und schicke heimlich noch mein ganz persönliches Stoßgebet hinterher: „Herr, lass uns noch lange unsere Lust ausleben können.“ Ich weiß nicht, ob es die majestätische Erhabenheit des Sakralbaus ist, die Leo inspiriert hat. Jedenfalls ist es hier in unserer Kathedrale, wo Leo nochmals bekräftigt, ich sei die „Krönung seines Lebens.“ Er wirkt ungewohnt ernst, und ich weiß, dass er es ehrlich meint. Zutiefst gerührt drücke ich Leo einen flüchtigen Kuss auf den Mund. (…)


Die Autorin

Greta Luisa Vox wurde Anfang der 1950er Jahre im Ruhrgebiet geboren, als der Himmel dort noch grau, die Luft rußig war. Schon früh entdeckte sie die Lust am Lesen. Bücher ermöglichten ihr, in fremde Welten einzutauchen.
Einen Teil ihres geisteswissenschaftlichen Studiums verbrachte Greta in Großbritannien und den USA, wo sie über das Creative Writing zum Schreiben kam.
Heute lebt Greta mit ihrer Familie in einer nordrhein-westfälischen Großstadt und arbeitet als Freiberuflerin. Die Liebe zu den Büchern und die Leidenschaft für das Lesen und Schreiben ist geblieben. Nach mehreren Veröffentlichungen im Sachbuchbereich traut sie sich als reifere Frau ausgerechnet mit ihrem erotischen Tagebuch „Leo“ an die Öffentlichkeit.

Mehr von Greta unter http://gretavoxblog.wordpress.com


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