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entgegen. Buchvorstellungen mit Leseprobe aber gerne jederzeit.

26. Januar 2016

Gabriele Kuppe - ihre Bücher



Bücher von Gabriele Kuppe:

„Zwei wunderbare Wesen, Wolken und Regenbogen“
Klappentext: David und Dennis ziehen in ihr neues Zuhause ein. Mit den beiden weißen Katern verbringen ihre Katzenmütter viele glückliche Jahre voller Liebe und Geborgenheit. Eines Tages sterben die zwei Kater kurz hintereinander. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Doch dann geschieht etwas Eigenartiges. David und Dennis senden als Engel Botschaften, Wolkenbilder und Regenbogen. Sie versorgen ihre geliebten Mamis auch vom Himmel aus mit Kraft, Mut und einer unendlich großen Liebe. Ein wunderbares Geschenk! Liebe ist stärker als der Tod.



 „Erlebe jeden Tag aufs Neue“                        
Klappentext: Oft geraten wir Menschen an einen Punkt, da fragen wir uns nach dem Sinn des Lebens. Manchmal haben wir des Rätsels Lösung schon vor Augen, doch wir sehen es nicht oder wollen es nicht erkennen. Es werden viele Beispiele, die uns Situationen des Alltags, Lebensumstände und Charaktere beschreiben, aufgeführt. Das Buch soll helfen, die Lebenssituationen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Ein Ratgeber der besonderen Art, da die Autorin seit einigen Jahren in der Lage ist, Engelbotschaften zu erhalten.



 „Wege aus dem Schatten“
Klappentext: In diesem Buch wird eine wahre Geschichte erzählt, die zutiefst berühren kann. Es geht nicht nur um Eifersucht und Hass, sondern auch um die Liebe. Eine Liebe, die unerschütterlich ist. Eine Liebe, die mehr gibt als man erwarten darf. Eine Liebe, die unendlich groß ist und über den Tod hinausgeht. Liebe kann sehr weh tun, aber die Liebe kann auch Leben retten. Sie ist unbeschreiblich und geht über Hindernisse hinweg. So ist sie, die Liebe. Liebe ist stärker als das Böse und Liebe ist stärker als der Tod.



 „Ewig sei die Liebe …denn sie kommt von Gott“
Klappentext: Geführt von ihren sie begleitenden Erzengeln und Engeln empfing das Schreibmedium Gabriele Kuppe die in diesem Buch enthaltenen Botschaften und Gebete, die alle Menschen liebevoll unterstützen sollen. Die von Liebe umfassten Engelbotschaften wurden an sonnigen Tagen dem Medium in vollem Bewusstsein diktiert. Voller Lebensfreude sollen diese Botschaften aus der geistigen Welt uns Menschen erreichen, eine wunderbare Hilfestellung, Kraft und Freude schenken.


Leseproben

Leseprobe zu „Zwei wunderbare Wesen, Wolken und Regenbogen“
Oft hatte ich den Drang, mich mit Block und Kugelschreiber hinzusetzen. Eines Tages bewegte sich der Kugelschreiber ganz von alleine, ich habe nichts dazugetan. Der Kugelschreiber wurde geführt, nicht durch mich, sondern durch jemand anderen…
Doch da gibt es glücklicherweise ja noch die Botschaften der Engel, die ich seit geraumer Zeit erhalten darf. Es ist so wie „telefonieren“ oder „Briefe schreiben“ mit den Lieben, die jetzt dort „oben“ wohnen. Selbstverständlich wird das nicht jeder gleich verstehen, aber ich bin froh und Gott dankbar, dass man mir diese wunderbare Gabe geschenkt hat und ich den Kontakt zu meinen Lieben halten kann und darf.
Immer besser empfing ich diese Nachrichten. Es fließt alles, wie man das so schön sagt.
Nicht nur David und Dennis gaben uns die Botschaften, sondern auch mein Vater kam immer häufiger als Übermittler von Botschaften. Die Engel merken alles, aber auch wirklich alles, was uns Menschen so beschäftigt.

Leseprobe zu „Erlebe jeden Tag aufs Neue“
Es gibt nicht nur Beispiele, wie die Liebe mit Füßen getreten wird. Überall und für alles gibt es Beispiele. So nehmen wir einmal die Lebensumstände, die uns zwingen, etwas zu tun, zu erleben, zu haben, was wir selbst beeinflussen. Aber wir könnten auch beeinflusst werden.
Beispiel 1: Der Mann liebt seine Frau, doch sie hat nicht die Lebensphilosophie, die er hat. Sie denkt anders als er. Obwohl sie sich lieben, bekommen sie den gemeinsamen Alltag, der immer wieder Prüfungen für sie bereithält, nicht in den Griff. Sie ist Hausfrau, hat 3 Kinder geboren. Aus Liebe. Dann macht er Karriere in seinem Beruf. Die Frau bleibt bei den Kindern, kümmert sich um den Haushalt, Kinder, Mann. Dabei vergisst sie sich selbst. Dann ließ sie sich gehen. Zwar war alles liebevoll hergerichtet, wenn der Mann nach Hause kam, doch er hatte andere Vorstellungen von einer Frau. Im Berufsleben traf er eine attraktive Dame, die er nicht liebte, aber sexuell begehrte. Ihre Kleidung war so anders als die seiner geliebten Frau. Seine Frau roch vielleicht eher nach Seife oder Waschpulver, die andere duftete nach Rosenblüten. So kam, wie es kommen musste. Er gab sich seiner sexuellen Lust im Rausch hin und begab sich in die Schuld seiner Frau gegenüber. In Wahrheit liebte er seine Frau, aber nicht die andere. Doch so ging das eine Weile, bis die geliebte Frau erkannte, dass sie für ihn nicht attraktiv genug war und er ihr fremdging. Sie leidet, er hatte kurz Spaß. Doch die Liebe, die sie einst hatten, verschwand. Nun wäre es an der Zeit, miteinander zu reden. Aber oft kommen hier nur Schuldzuweisungen zu Tage, verletzter Stolz, Neigungen, wie auch immer. Die einstige Liebe schwindet immer mehr, obwohl man sich eigentlich gar nicht verletzen will. So gibt ein Wort das andere, eine Tat der Lieblosigkeit folgt und alles, was je etwas bedeutet hat, verliert an Bedeutung und man zerstört das einstige Glück. Man trennt sich, obwohl man zusammengehört. Die Kinder verlieren den Lebensumstand, der sie gefestigt hätte: Die Ehe und Liebe ihrer Eltern. Zweifel kommen auf. >Hat er mich je geliebt?<, fragt sich die Frau. >Warum haben wir kein richtiges Zuhause mehr und warum lieben sich Mama und Papa nicht mehr?<, fragen sich die Kinder. Der Mann steht fassungslos vor den Scherben seiner Familie, fragt sich oft gar nicht mal, warum das passiert ist und fühlt sich selbst verletzt. Der Alltag hat sie besiegt, denn er sah nur die Attraktivität und Schönheit der anderen. Ob diese andere Charakter hatte oder nicht, spielt dann keine Rolle mehr. Im Berufsleben stand er gut da, hatte alles, was man sich wünschen konnte, doch eines hatte er nicht: Die Liebe.

Leseprobe zu „Wege aus dem Schatten“

Irgendwann sprach Samuels Mutter von einer Kartenlegerin, die sie aufsuchte. Das klang alles sehr interessant und spannend. Warum sollte ich da nicht mitgehen? Die Kartenlegerin kannte mich doch nicht, wusste nichts von mir. Also lasse ich mal alles auf mich zukommen, dachte ich mir.
Ein bisschen mulmig war mir schon, als ich mit Samuels Mutter den Raum betrat. Die Dame wollte gar nichts über mich wissen und so mischte ich die Karten.  Gespannt lauschte ich ihren Worten. Sie tippte immer auf die vor ihr liegenden Karten und legte los.
Wow, was sie so alles in den Karten lesen konnte!  Diese Dame sagte mir Sachen, die auch Samuels Mutter nicht wissen konnte. Franck oder andere Personen wollten das Wissen haben, dass Samuels Mutter und ich sich ausgiebig über meine private Sachen unterhielten, aber das war nicht so.
Unter anderem sah die Kartenlegerin zwei Männer in meinem Leben. Die Karte eines Mannes lag direkt neben meiner Karte und der andere?  Oh je, diese Dame schmiss die Karten auf den Tisch und sagte: „So etwas habe ich noch nie gesehen! Dieser Mann ist ein Intrigant und auch seine Familie. Nein, damit wolle sie nichts zu tun haben.“
Wie Recht sie doch hatte!

Leseprobe zu „Ewig sei die Liebe …denn sie kommt von Gott“
So wird kommen, was kommen soll.
Gebt niemals auf, auch, wenn ihr glaubt, dass alles schon verloren scheint. Es ist immer das letzte Wort gesprochen, wenn ihr nicht mehr an Euch glaubt. Glaubt an einen Neubeginn, auch, wenn ihr fernab dessen seid, was ihr Euch wünscht. Folgt Eurer inneren Stimme, der erste Impuls ist meist der Richtige, fragt nicht, was ist, was könnte sein, redet es Euch nicht schlecht, redet es Euch nicht schön, sondern folgt der Intuition in Euch.
Der erste Impuls, gefühlt mit der Liebe Gottes, er ist der korrekte Weg, den ihr beschreiten solltet. Sollt es mit Liebe tun, sollt auf Euch hören, nicht den anderen folgen, die Euch manipulieren.
Fühlt es, geht nicht die Wege der anderen, nur, weil es für alle das Beste wäre, folgt Eurem Herzen und alles wird gut sein. Denkt positiv, folgt positiven Gedanken und alles wird gut sein. Ave.


Die Autorin
Gabriele Kuppe ist im Rheinland geboren, aufgewachsen im Ruhrgebiet, und zog im Alter von 18 Jahren mit Eltern und Schwester zurück ins Rheinland. Ihre berufliche Laufbahn begann als Rechtsanwaltsgehilfin, später als Schreibkraft und einige Jahre war sie als Sachbearbeiterin in einer Hypothekenbank tätig.
Im Verlauf der Jahre interessierte sie sich immer mehr für die natürlichen Heilmethoden der Bachblüten sowie für die Homöopathie, absolvierte hier Lehrgänge und ein Studium.
Dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die man nicht so einfach erklären kann, das war Gabriele Kuppe schon lange bewusst. Doch vor einigen Jahren passierte etwas  -auch für sie zunächst recht Seltsames- die Autorin bekam Botschaften von Engeln.  Am Anfang half man ihr ganz sicher mit diesen Botschaften über den Tod ihrer geliebten Kater hinweg.  So entstand das erste Buch "David und Dennis ...meine Engel der Liebe". Denn das waren bzw. sind ihre beiden Lieblinge für Gabriele Kuppe: Engel auf Erden und Engel, die sie in Liebe nun von "oben" aus begleiten. Dieses Buch gibt es jedoch nicht mehr im Handel zu kaufen. Aber es gibt eine Neuversion mit Ergänzungen seit 2015 auf dem Buchmarkt mit dem Titel "Zwei wunderbare Wesen, Wolken und Regenbogen".
Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Engeln funktionierte immer besser und so entstanden auch ihre weiteren Bücher: Wege aus dem Schatten, Erlebe jeden Tag aufs Neue und Ewig sei die Liebe …denn die kommt von Gott. Mit diesen Werken möchte und soll die Autorin den Lesern liebevoll und hilfreich zur Seite stehen.






5. Januar 2016

Boris Maggioni, Juliana Cass - Der Killer in mir



JULIANA CASS – DER KILLER IN MIR ist ein packender Psychothriller, der unter die Haut geht und dem Leser bis zur letzten Seite kaum einmal Gelegenheit zum Durchatmen gibt; gnadenlos spannend und voller überraschender Wendungen.
Juliana Cass ist Scharfschützin beim FBI Los Angeles. Vor fünf Monaten war sie bei einem Einsatz gezwungen, ein junges Mädchen zu erschießen. Nur so ließ sich die Zündung einer Bombe verhindern, die sonst hundert oder mehr Kinder in den Tod gerissen hätte. Trotzdem kann sie sich selbst nicht vergeben.
Ein psychopathischer Mörder sieht das ganz anders. Er erhebt Juliana Cass zu seiner persönlichen Heldin und versucht, sie mit grausam-bizarren Inszenierungen zu beeindrucken. Als das nicht fruchtet, entführt er Julianas Kinder und zwingt sie damit, erneut eine furchtbare Entscheidung zu treffen.


Rezension

Also zuerst habe ich mich geärgert, denn
die ersten 3o Seiten des neuen Thrillers von Boris Maggioni, einem meiner Lieblingsautoren, der Plots und Figuren entwickelt, die so erfrischend neu und originell sind, erzählen von Geiselnahme, Bombenattentat, einer schwer traumatisierten Polizistin, die im Grunde am Ende ist, einem äußerst grausamen, psychopathischen Serienkiller. Mainstream! Der Boris Maggioni schreibt auf einmal Mainstream? Für alle? Irgendwie war ich frustriert, aber

dann wurde ja doch noch alles anders.
Die Story schlug mir die Reißzähne in den Nacken und schüttelte mich. Atemlos folgte ich dem Geschehen, es ließ mich nicht mehr los. Ich träumte nachts davon.
Boris Maggioni hat mich also wieder nicht enttäuscht, wie auch bei den Vorgängern dieses Buches kam ich voll auf meine Rechnung. Daher kann ich das Buch den Freunden von 1A Psychothrillern sehr empfehlen.
Es ist brutal, es ist erschreckend, es ist abartig – und es ist großartig!
Und jetzt hole ich mir den 2. Band.

Elsa Rieger

Der Autor

Mein Name ist Boris Maggioni (stimmt), ich komme aus Hannover (in der Tat) und bin 31 Jahre alt (schamlos gelogen).
Autor bin ich geworden, weil ich Bücher liebe (stimmt), gerne schreibe (stimmt) und zu dieser Welt etwas beisteuern will (jetzt hör aber auf).
Selbstdarstellungen wie diese liegen mir nicht besonders (das kannst'e aber laut sagen), daher möchte ich mich hier auch kurz fassen (Danke!):
Was ich schreibe, das schreibe ich für meine Leser. Daher ist mir Feedback sehr, sehr wichtig. Wenn du also Anregungen hast oder Kritik, wenn Fragen offen bleiben oder etwas unverständlich wirkt, wenn du mit einem Buch sehr zufrieden oder davon total enttäuscht bist, bitte zögere nicht, mir das mitzuteilen. Du kannst mir auf Facebook oder Twitter schreiben, ebenso über das Kontaktformular meiner Homepage. Vielleicht dauert es mal etwas, aber du bekommst garantiert Antwort. Ich freue mich auf deine Meinung!

Boris Maggioni, Juliana Cass - Der Killer in mir


26. November 2015

Ursula Tintelnot, Violetta




Wer bin ich? Dieser Frage muss sich Violetta nach einer Testamentseröffnung stellen, die ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Die alleinerziehende Mutter von Zwillingen ist leidenschaftlich, klug und sehr distanziert. Gerade diese Distanz reizt die Männer, die diese attraktive, anziehende Frau treffen. Sie lässt sich lieben, aber liebt sie auch? Liebt sie die Männer oder nur den Sex? Nur die Vorstellung von Liebe?
Violetta ist eine Frau auf der Suche nach dem richtigen Weg, nach ihrer Identität! Diese Suche führt sie von Hamburg nach Dresden, nach Wien, und in die Toskana. Findet sie ihr Glück da, wo sie es niemals gesucht hat? Wird sie in Lucca, der Stadt der Oper, dem Geburtsort Puccinis, ihrem Schicksal begegnen? 



Rezension

Ach wie schön, einmal so einen Roman zu lesen! 
Im Grunde habe ich es nicht so mit Romantik, in dem Fall kommt sie aber so elegant und kitschfrei daher, dass ich mich drauf einlassen konnte. Die Autorin hat ihre Protagonistin, eine schöne (fast zu schöne) junge Frau, Alleinerzieherin von Zwillingsbuben, als äußerlich kühle Person gezeichnet, was ihre Beziehung zu Männern betrifft. Sie kann sich nicht klar für einen der Kerle, die ihr samt und sonders zu Füßen liegen, entscheiden, nimmt aber deren Liebesgaben dennoch an. Sie geht auch gern mit ihnen ins Bett, weil sie ja auch Bedürfnisse hat. 

Und dann erbt sie. 
Völlig unerwartet fällt ihr ein Landhaus in der herrlichen Toskana zu, das ist nun der Einstieg für Violetta, ein Familiengeheimnis zu lüften, in dem sie die Hauptrolle spielt. Sie entdeckt unangenehme Parallelen zwischen ihrer Mutter und sich selbst. Damit erlangt sie aber auch besseren Zugang zu ihrer eigenen Person, und Masken fallen, hinter denen sie sich versteckt hat. Sehr schön, die Entwicklung Violettas und ihres weiteren Lebens. 

Ich trau es mich ja fast nicht zu sagen, 
aber ich bin an den Zeilen geklebt, wollte unbedingt wissen, was denn nun liebestechnisch endlich zu einem guten (?) Ende kommen kann, bis weit nach Mitternacht. Ein Buch, das bei mir Herzklopfen erzeugt hat, passiert mir selten. Zudem hat mich die liebevolle Beschreibung der Landschaft und das passende Cover erfreut.

Technisch ließe sich aber 
ein bisschen was machen, es fehlen manchmal Anführungszeichen bzw. sind falsch gesetzt, etliche Flüchtigkeiten sind mir aufgefallen, mein Lektorenauge sieht das nun mal gleich. Das könnte bereinigt werden. Tut aber der Geschichte selbst keinen Abbruch, ein Buch fürs Herz. 
Ich empfehle es sehr gern! 

Elsa Rieger
      



Ursula Tintelnot, Violetta 

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1. November 2015

Der Winterwolf - Weihnachtsanthologie



Herausgeberin: Elli H. Radinger
Was macht Santa, wenn der Wolf an Weihnachten eines seiner Rentiere frisst?
Wie verhält sich der zur Arbeit in einem Zoo verurteilte jugendliche Straftäter, wenn ein Wolf ihm Lebensratschläge gibt?


Wie haben Menschen und Wölfe vor 20.000 Jahren den Winter verbracht?
Diese und viele andere fantastische, spannende und magische Geschichten von 14 Autoren aus ganz Deutschland finden Sie in dieser weihnachtlichen Wolfsanthologie.

http://www.wolfmagazin.de/html/der-winterwolf.html

Leseprobe:

Eifelwolf

von Manu Wirtz

Vorsichtig und wachsam näherte sich der Wolf dem Abgrund. Er stand auf dem Felsen der Munterley und blickte auf das leuchtende Gerolstein im Tal  unterhalb der Dolomiten. Der Dezemberabend in der Vulkaneifel war klirrend kalt und sternenklar. Die Lichter der Stadt funkelten zu ihm  hinauf.

Schornsteinrauch aus unzähligen Kaminen kräuselte sich in der kalten Luft und die Gerüche bildeten ein Potpourri mit dem Tannen- und Kiefernduft des  Waldes, den Autoabgasen und anderen typischen Ausdünstung einer menschlichen Ansiedlung. Partikel von Nahrungsgerüchen aus den Klimaanlagen der Restaurants streiften seine Nase. Das erinnerte ihn, dass er seit Langem nichts mehr in den Magen bekommen hatte, und hungrig leckte er sich über die Schnauze.

Der Rüde war an den Flanken grau-braun gezeichnet, weiß an der Innenseite  der Läufe und am Bauch, mit einem dunklen Streifen am Rücken und an den Vorderläufen. Er war jetzt drei Jahre alt und seit gut einem Jahr von den italienischen Apenninen über die französischen Alpen unterwegs gewesen, bis  er vor einigen Wochen seine Pfoten auf deutschen Boden gesetzt hatte. Eine  Zeit lang hatte er in den Wäldern des Saarlandes gelebt. Die dichte Vegetation und der Wildreichtum waren ideal für den Streuner gewesen. Aber die Einsamkeit hatte ihn weitergetrieben. Er war auf der Suche nach einer  Partnerin, mit der er ein eigenes Rudel gründen konnte. Sein Trieb hatte ihn bis in die Eifel geführt.

Seine scharfen Augen verfolgten die winzigen Punkte und Lichter, die sich in der Ferne bewegten. Menschen und Autos wimmelten durch die weihnachtlich beleuchtete Stadt und verstärkten das Summen, das bis zu dem Wolf auf dem Felsvorsprung hinauf klang.

Plötzlich erregte ein ferner, nur für seine Ohren wahrnehmbarer Laut seine Aufmerksamkeit. Er bewegte seine Lauscher in die Richtung, aus der er kam. Das feine Gehör filterte den harmonischen Klang aus dem   Hintergrundrauschen der Stadt heraus. Der Wolf wandte seinen Kopf . Die auf und abschwellenden Töne waren ihm vertraut.

Sein Herz klopfte heftig, als er den Gesang eines Wolfsrudels erkannte. Erregt trat er ein paar Schritte zurück und winselte leise. Er drehte sich nach allen Seiten und reckte seine Nase. Nach ein paar Augenblicken konnte er schon etliche Stimmen in dem Chor ausmachen. Da streckte er den Kopf in den Abendhimmel und antwortete mit einem langgezogenen Heulen. Dabei zog er die Lefzen eng, um den Laut zu modulieren. Wieder lauschte er. Die ferne Vokalgruppe hatte ihren Gesang abrupt unterbrochen. Es dauerte eine Weile, bis er Antwort bekam. Jetzt war der Chor etwas lauter und vielstimmiger; der einsame Zuhörer konnte die Stimmen von mehreren Alttieren unterscheiden. Zwischendurch vernahm er auch ein paar helle Töne von Jungtieren. Der Rüde hechelte aufgeregt und tänzelte mit den Vorderpfoten auf der Stelle. Er winselte und leckte sich über die Schnauze.

Zuletzt war er in den französischen Alpen auf einen Artgenossen gestoßen. Eine kurze Zeit waren die beiden Junggesellen gemeinsam umhergezogen. Das lag schon Monate zurück und er hatte fast die Hoffnung aufgegeben, jemals wieder anderen Wölfen zu begegnen.

Der Wanderwolf hielt seine Nase in den Luftstrom, um zu festzustellen, woher der Schall kam. Angestrengt lauschte er in die Nacht. Dann drehte sich der einsame Graue um und lief durch den Wald auf die Lautquelle zu. Auf seinem Weg blieb er immer wieder kurz stehen, horchte, heulte den Mond an und horchte erneut auf die Antwort des fernen Chors.(...)

Der Winterwolf - Weihnachtsanthologie